Cornelia: Mir war zu Beginn der Schwangerschaft immer klar: die Geburt ist etwas Einzigartiges aber auch etwas völlig Natürliches für den der weibliche Körper geschaffen ist und somit nicht zwingend große medizinische Hilfsmittel (Wehentropf, PDA, Kaiserschnitt,...) nötig sein müssten.

Die Erklärungen im HB Kurs und im Buch über die physiologischen Vorgänge während der Geburt machten es verständlich wozu Anspannungen führen kann und dass allein der entspannte Körper und das Baby die Geburt vollbringen.
So wurde ich noch mehr in meiner positiven Einstellung bestärkt, dass eine Geburt auch anders sein kann und eine mentale Vorbereitung genauso wichtig ist wie eine physische.
Deshalb hab ich mir in den letzten zwei Monaten der Schwangerschaft täglich die Affirmationen vorgelesen, die Regenbogenentspannungs CD am Abend zum Einschlafen angehört und mit Hilfe der Schlafatmung und den Entspannungstechniken (5,4,3,2,1; verschwindende Buchstaben) immer leicht in den Schlaf gefunden.

Der Geburtsverlauf begann mit einem Blasensprung am frühen Morgen, jedoch ohne Wellentätigkeit. Bis zur Abfahrt ins Krankenhaus entspannte ich mich zuhause mit Musik und der Regenbogenentspannungs CD.
Gleich nach der Aufnahme in Krankenhaus, hat Hannes die anwesenden Hebamme unsere Vorstellungen und Wünsche rund um die Geburt erklärt. Die Hebamme war sehr interessiert und ist mit unseren Wünschen sehr respektvoll umgegangen. Sie hat aber auch auf die aus ihrer Sicht notwendigen Kontrollen (Wehenschreiber) hingewiesen. Das Personal auf der Station hat unsere Wünsche und Anliegen sehr gut angenommen und umgesetzt und uns sogar ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt, wo wir uns nach langen Spaziergängen immer wieder zum Entspannen zurückziehen konnten. Am Nachmittag konnte ich die ersten Wellen spüren. Zu Beginn der Eröffnungsphase haben wir die Ballonfahrt, den Anker und den Tiefometer mit der Handschuhentspannung angewendet. Je intensiver die Wellen wurden desto mehr konzentrierte ich mich auf die Wellenatmung und auf die Visualisierungstechnik (Ballon aufblasen und wegfliegen lassen). Und so konnte ich jede Welle gut vorbeigehen lassen. Ich war mit dem Zählen und Visualisieren so beschäftigt, dass ich den Schmerz der Wellen nicht mehr so stark wahrnahm. Die sich öffnende Blüte und das lockere Kinn hab ich mir auch zwischen den Wellen immer wieder vorgestellt, vermehrt dann während der Austreibungsphase. Hier war mir auch die Geburtsatmung eine große Hilfe. Die letzte Phase habe ich in der Badewanne erlebt, was sicherlich auch zu einer entspannten Schlußphase beigetragen hat. Nach 7 Stunden, 3 davon in der Badewanne, hatte ich eine Wassergeburt ohne Geburtsverletzung. Ich fühlte mich zwar müde, aber nicht erschöpft, und war allgemein in einer sehr guten Verfassung.

Obwohl ich während der Kurseinheiten in eine totale Entspannung kam, konnte ich diese während der Geburt nicht erreichen. Aber das war nicht weiter schlimm, denn mit Hilfe der Affirmationen habe ich mir selber den Druck und die Angst genommen, falls die Geburt eine andere Wendung nehmen sollte.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir Hypnobirthing in erster Linie eine sehr positive Einstellung gebracht und mir die Angst vor der Geburt genommen hat. Die verschiedensten Techniken, die sehr leicht anzuwenden sind, haben mir auf alle Fälle die Geburt erleichtert. Und kann somit auch sagen, dass die Geburt meines Sohnes nicht nur einzigartig war sondern auch schön!

Hannes: Zu Beginn des HB Kurses hat mich überrascht zu hören, dass der Grundgedanke der natürlichen Geburt nicht überall und auch nicht von Ärzten und Hebammen so getragen wird wie ich eigentlich angenommen hatte. Im Kurs konnte ich manche Techniken und Übungen auch nicht so nachvollziehen. Ich habe dabei versucht mir die für mich praktikablen Techniken der Entspannung auch in den Alltag mitzunehmen. Z.B. das Zählen von 5-4-3-2-1 hilft mir auch heute in manchen Situationen. Bei der Geburt selbst war ich dann auch Dank des Kurses und des Buchs gut vorbereitet. Ich habe gleich zu Beginn die Rolle des Vermittlers und Sprechers für die Mutter übernommen. Dabei habe ich auch deutlich gemacht, dass vor allem zu späteren Zeitpunkten, wenn es für die Mutter intensiver wird, ich als Ansprechperson da bin und nicht nur Beisitzer sein werde.

Ingesamt war meine Rolle also die des Sprechers und Kümmerers, aber auch als aktiver Entspannungsbegleiter. Dabei war wichtig zu wissen, ohne groß ausreden zu müssen, was helfen könnte und welche Position oder Änderung helfen könnte. In einer bestimmten Situation in der die Ansprüche der Hebamme nicht zu unseren gepasst haben, war es mir wichtig dies mit der Hebamme in einem Vier-Augen-Gespräch zu klären, und dies nicht in den Geburtsraum hineinzunehmen.

Ingesamt war die intensive gemeinsame Vorbereitung wichtig –so habe ich die Geburt als aktives und gemeinsames Ereignis erlebt.

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